01. April 2010
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Die Mitglieder der OV Waldquelle/Neuhof und Moritzberg/Bockfeld wurden von Wilfried Kretschmer, Schulleiter der RGB, SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Verkehr, begrüßt. Er freue sich sehr über das Interesse der beiden OV. Er sah das Interesse auch im Zusammenhang mit der neun geplanten IGS am Pfaffenstieg. Er beschrieb die RBG als Integrierte-Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, gegründet 1971.
Von den rund 1400 Schülern kommen 60% aus dem Landkreis und 40% aus der Stadt.
Betreut werden die Schüler von 100 Lehrkräften, davon sind 60% mit gymnasialer, 20% mit realschulischer und 20% mit hauptschulischer Ausbildung in einer Vollzeit-Anstellung.
Die gesamte Schulzeit teilt sich in drei Stufen:
- Profilierung Klasse 5 bis 7
- Perspektiven Klasse 8 bis 10
- Studierfähigkeit Klasse 11 bis 13
In allen Stufen gilt das Prinzip „Fordern und Fördern“, niemand wird zurückgelassen.
Ab der Klasse 6 wird mit der 2. Fremdsprache begonnen, wahlweise Französisch oder Spanisch.
Im 9.Schuljahr wird ein möglicher Abschluss in der 10.Klasse sichtbar. Aber die Schüler gehen nur, wenn sie bereits eine Lehrstelle haben. Dabei ist die Quote des Scheiterns gering, einer von 170.
56% schließen in der 10.Klasse besser ab, als sie nach der 4.Klasse eingestuft worden waren.
Es kommen auch Abstiege vor, aber auf einen Abstieg, kommen 1,2 Aufstiege.
Bei den Wettbewerben wie „Matheolympiade“, „Jugend forscht“ etc. schneiden Schüler der RGB im Durchschnitt besser ab als die Schüler der Hildesheimer Gymnasien.
Ursprünglich war die RBG als eine Schule für die Nordstadt vorgesehen. Aber es stellte sich schnell heraus, dass damit keine Ausgewogenheit bei den Schülern und auch keine Attraktivität für die Eltern erreicht werden konnte, sie wurde somit für Stadt und Kreis geöffnet.
Wilfried Kretschnmer sprach kurz das Abitur mit 12 Jahren an. Er sieht darin keine Einsparungen, da die Gesamtstunden für Schüler und Lehrkräfte gleichbleiben, gleichbleiben müssen.
Nach seinen Ausführungen gab er den Anwesenden Gelegenheit Fragen zu stellen.
Die hauptsächliche Frage war, ob nicht leistungsstarke Kinder schwächer werden, wenn sie mit leistungsschwacher zusammen lernen. Dass dies nicht der Fall ist, sondern die leistungsstarken die schwächeren mitziehen, konnte Wilfried Kretschmer aus seiner langjährigen Erfahrung berichten.
Herbert Kastner, ehemals Mitarbeiter im Kultusministerium, einer der Gründerväter der Gesamtschulen in Niedersachsen, konnte nicht umhin auf die verfehlte Schulpolitik der Regierung Wulff, vor allem bezüglich der Gesamtschulen, hinzuweisen. Er zeigt noch einmal auf wie wenig Zustimmung die Schule in Hildesheim zunächst hatte. Die CDU war bis 1977 strikt dagegen. Die RBG war eine von 7 der ersten Gesamtschulen in Niedersachsen.
Günter Bredtschneider fragt nach Musikunterricht. Wilfried Kretschmer berichtet über vielfältige Musikaktivitäten, er nennt die Bläsergruppe, die aus 40 Kinder besteht.
Es erfolgte eine kurze Führung durch das Hauptgebäude. Wilfried Kretschmer zeigte dabei zunächst die Mensa. Er wies daraufhin, dass die Essensversorgung der RBG mustergültig für einen Ganztagsschulbetrieb sei. Die Schüler, von denen 50% in der Mensa essen, nehmen sich das Essen selbst. Der Preis liegt bei 2,60 EURO und ist kostendeckend.
In der 1. Stufe essen viele, in der 2.Stufe weniger, in der 3.Stufe wieder mehr. In dem Zusammmen-hang wies er daraufhin, dass für jede Stufe ein eigenes Haus zur Verfügung steht und sich die Schüler nur auf den Wegen zu den naturwissenschaftlichen Räumen begegnen. Ohne die gute Zusammenarbeit mit den Eltern, die vor allem an den Nachmittagen teilweise Betreuungsarbeiten mit übernehmen würde das Schulkonzept nicht so gut funktionieren.. Auch und gerade wegen dieses Elternkonzeptes sei die Schule mit ausgezeichnet worden. Wilfried Kretschmer zeigte dann noch einen naturwissenschaftlichen Raum, in diesem Falle das Biologie-Labor, welches mit den neuesten Mikroskopen ausgerüstet ist. Von jedem Mikroskop können die Bilder per Beamer auf eine Leinwand übertragen werden. Er wies daraufhin, dass solche Einrichtungen nur mit großzügigen Sponsoren zu erhalten sind.
Am Ende der Führung bedankte sich Peter Herbeck im Namen beider OV für den interessanten Vortrag und die aufschlussreiche Führung.
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